Piran ist die fotogenste Stadt der slowenischen Küste und die einzige mit einer vollständig erhaltenen venezianischen Altstadt. Autos dürfen nicht hinein: Man parkt in der Garage Fornače vor der Stadt und fährt mit dem kostenlosen Shuttle weiter oder geht in fünfzehn Minuten am Meer entlang. Deshalb fühlt sich die Stadt anders an als das benachbarte Koper – es fehlt der Verkehrslärm.

Ganz Piran lässt sich an einem Tag ohne Eile erkunden. Hier die sinnvollste Reihenfolge: vom Platz hinauf zur Stadtmauer und zurück ans Meer – so fällt der Aufstieg in die Morgenkühle und nicht in die Nachmittagssonne.

Morgen: Tartiniplatz und Umgebung

Der ovale Tartiniplatz war früher ein innerer Hafen, der Ende des 19. Jahrhunderts zugeschüttet wurde. Daher die ungewöhnliche Form: Der Platz folgt den Umrissen des alten Hafenbeckens. In der Mitte steht das Denkmal für Giuseppe Tartini, den Geiger und Komponisten, der hier 1692 geboren wurde. Sein Geburtshaus liegt direkt am Platz und gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Stadt.

Achten Sie auf das rote gotische Haus an der Ecke – das Venezianische Haus aus dem 15. Jahrhundert. Der Legende nach ließ es ein venezianischer Kaufmann für seine Geliebte bauen, und die Inschrift an der Fassade richtet sich an die tratschenden Nachbarn.

Kirche St. Georg

Vom Platz führt jede der schmalen Gassen bergauf. Die Kathedrale St. Georg steht auf einer Terrasse über der Stadt, daneben der freistehende Glockenturm – eine verkleinerte Kopie des Campanile von San Marco in Venedig. Der Aufstieg kostet wenig, die Aussicht ist die beste der Stadt: Ziegeldächer, die Halbinsel, der Golf von Triest und bei klarem Wetter die Alpen am Horizont.

Mittag: die Stadtmauer

Oberhalb der Kathedrale liegen die Reste der Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert mit sieben Türmen. Der Zugang kostet einen kleinen Eintritt. Von hier entstehen die bekannten Piran-Fotos: Die Stadt läuft keilförmig ins Meer, die Dächer laufen zum Leuchtturm zusammen. Der Weg über die Mauer dauert etwa zwanzig Minuten – wer nicht schwindelfrei ist, sollte wissen, dass es stellenweise kein Geländer gibt.

Wer die Geschichte hinter den Mauern verstehen möchte, bucht am besten eine Führung durch Piran – in zwei Stunden erschließt sich die Stadt ganz anders als beim Spaziergang mit der Karte.

Mittagessen: ohne zu viel zu bezahlen

Die Restaurants an der Uferpromenade Prešernovo nabrežje sind die teuersten der Stadt – man zahlt für die Aussicht. Zwei Gassen weiter im Inneren sinken die Preise bei gleicher Karte um etwa ein Drittel. Empfehlenswert: Wolfsbarsch vom Grill, Tintenfisch, schwarzes Risotto mit Sepia und dazu ein Glas Malvazija aus dem benachbarten Istrien.

Abend: die Landspitze und der Sonnenuntergang

An der Spitze der Halbinsel mit der Kirche St. Clemens und dem Leuchtturm trifft sich die ganze Stadt zum Sonnenuntergang. Die Sonne versinkt direkt in der Adria, links leuchten die Lichter von Triest. Baden kann man hier direkt von Betonplattformen, der Einstieg erfolgt über Leitern, der Boden ist steinig.

Praktisches

Parken. Die Garage Fornače ist der Hauptparkplatz, bezahlt wird stundenweise, danach geht es mit dem kostenlosen Shuttle weiter. In die Stadt selbst hineinzufahren ist zwecklos – Genehmigungen gibt es nicht.

Reisezeit. Die besten Monate sind Mai, Juni und September. Im Juli und August ist die Stadt am Nachmittag voll, gegen sieben Uhr abends wird es ruhiger.

Zeitbedarf. Ein ganzer Tag mit Mittagessen und Baden – oder ein halber, kombiniert mit Portorož oder Izola.

Fertige Ausflüge an der Küste finden Sie im Ausflugskatalog. Wer den Tag nach eigenen Daten planen möchte, nutzt den Reiseplaner.

Häufige Fragen

Kann man mit dem Auto nach Piran hineinfahren?

Nein, die Altstadt ist für den Verkehr gesperrt. Das Auto bleibt in der Garage Fornače am Stadteingang, von dort fährt ein kostenloser Shuttle – oder man geht in 15 Minuten am Meer entlang.

Wie viel Zeit braucht man für Piran?

Eine vollständige Besichtigung mit Stadtmauer, Mittagessen und Baden dauert einen ganzen Tag. Für das Zentrum und den Tartiniplatz reichen drei bis vier Stunden.

Was sollte man in Piran zuerst sehen?

Den Tartiniplatz, die Kathedrale St. Georg mit Glockenturm, die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert und die Landspitze mit dem Leuchtturm bei Sonnenuntergang. Um diese vier Punkte baut sich jede Route auf.